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Presse / TV

 

Sa., 01.09.2018

Martina Schumacher: Unterricht ist oft nicht zeitgemäßAbkehr vom „Bulimie-Lernen“

Martina Schumacher sagt: Es ist sprichwörtlich fünf vor zwölf. Viele Schüler und Lehrer fühlen sich zunehmend gestresst. Dabei ist der Lehrerberuf ein Traumjob – eigentlich. Auch sie selbst war Lehrerin, stieg dann aber aus. Foto: oh

Sie war selbst Lehrerin – eigentlich ihr Traumberuf. Trotzdem stieg sie vor einigen Jahren aus, um sich fortan beruflich dem Thema „Lehrergesundheit“ zu widmen. Im Interview mit Redakteur Oliver Hengst erläutert die Präventologin Martina Schumacher, woran es in Schulen hakt, was man gegen Stress tun und wie Bildung zeitgemäßer werden kann.

 
 

In der Zeitung war zu lesen, dass viele Lehrer-Stellen nicht besetzt werden können. Liegt es am zunehmenden Druck, der auf Lehrern lastet?

Martin Schumacher: Ich glaube, dass die Planung falsch gelaufen ist. Man ist jahrelang von falschen Zahlen ausgegangen und hätte es eigentlich kommen sehen müssen. Lehrer zu werden – ja, es ist auch schwieriger geworden. Wir haben es mit „verhaltensoriginellen“ und „emotional kreativen“ Kindern zu tun, bis hin zu gewalttätigen Schülern. Natürlich ist das schwieriger. Aber: Lehrer haben eine ganz hohe Berufszufriedenheit und eine immer geringer werdende Arbeitszufriedenheit. Das heißt: Man wünscht sich Lehrer zu sein, aber die Umstände machen es sehr schwer. Es kommt Integration hinzu, Inklusion, Umgang mit schwierigen Schülern – eine Fortbildung von einem Nachmittag reicht da einfach nicht aus. Lehrer werden mit Aufgaben betreut, für die sie eigentlich nicht ausgebildet sind.

Was kann man tun, um gegenzusteuern?

Schumacher: Meiner Meinung nach müssten die Schulfächer zum Teil geändert werden. Es müsste zum Beispiel ein Schulfach für Gesundheit geben: Ernährung, Bewegung, Entspannung. Es gibt schon Schüler und Studenten, die im Burnout sind. Es müsste auch mehr Projekte geben. Das Thema Glück müsste eine größere Rolle spielen.

Glück als Schulfach?

Schumacher: An einigen Schulen gibt es das schon. So etwas finde ich schon wichtig. Damit wir uns richtig verstehen: Ich bin dafür, ein solides Grundwissen zu vermitteln – aber eben ein solides. Heute beschweren sich die Firmen, dass Schüler nicht mehr über Grundkenntnis in Rechtschreibung oder in den Grundrechenarten verfügen. Weil man sie einfach in Sphären führt, für die nicht jeder Schüler geeignet ist. Gerade Fächer wie Sport, Musik und Kunst rutschen immer wieder nach hinten. Wenn es Lehrermangel gibt, wird dort zuerst gekürzt. Aber dort liegen auch Potenziale von Schülern.

Also: Viel Spezialwissen zulasten der praktischen Lebenstauglichkeit?

Schumacher: Dazu nur ein Beispiel, die Frage einer Abiturientin: Wo gehört denn auf dem Umschlag der Bewerbung die Adresse hin? Was wir heute mit Schülern machen ist nicht mehr zeitgemäß. Wir setzen denen einen Trichter auf, das Wissen wir reingepropft – ich sage immer Bulimie-Lernen – nach vier Wochen müssen sie es bei der Klausur wieder auskotzen, und dann ist es vergessen. Das ist Unsinn. Wir unterschätzen die Schüler. Wir versuchen die Schüler gleichzumachen – und sie sind nicht gleich.

Ihr Thema ist die Lehrergesundheit. Kaum geht die Schule los, geht der alte Trott wieder los. Was kann jeder einzelne dagegen tun?

Schumacher: Man kann seine eigenen Potenziale und Ressourcen stärken. Zum Beispiel in Form eines Gesundheitstages. Dort bekommt man ganz viele Impulse, die die Perspektive verändern können. Ein Schüler macht immer nur ein Ärger-Angebot. Ob mich das ärgert, hängt mit mir selbst zusammen.

Hat man das wirklich selbst in der Hand?

Schumacher: Ja, das kann man lernen. Ich frage mich immer: Hat es mit mir zu tun, was der Mensch gegenüber gerade sagt? Oder hat es nichts mit mir zu tun – und er möchte einfach nur Hilfe? Wir wissen doch meisten gar nicht, was den Schüler so reagieren lässt. Er hat auch seine Geschichte.

Was fordern sie also?

Schumacher: Es müsste kleinere Klassen geben, man müsste sich wieder mehr um die Schüler kümmern. Es bedarf auch dem Erhalt der Förderschulen – und mehr Lehrpersonal, das wir aber leider nicht haben.

Sie haben neulich mit Bildungsministerin Gebauer gesprochen. Worüber?

Schumacher: Ich habe ihr gesagt: Denken Sie bitte auch an all jene, die aktuell im Schuldienst sind, die so viele Sachen zusätzlich schultern müssen: Lehrermangel, Digitalisierung, Inklusion. Das benickte sie auch. Einige Sachen hat sie ja auch schon geändert, was ich gut finde. Aber kurz drauf habe ich in der Zeitung gelesen, dass sie sechs Stunden Mehrarbeit in der Woche über ein halbes Jahr für vertretbar hält.

Man kann darauf warten, dass die Politik eingreift – oder selbst aktiv werden. Was können Schulleitungen tun?

Schumacher: Da gibt es ganz viele Dinge. Lärm ist zum Beispiel immer ein Thema. Man braucht zum Bespiel Regeln fürs Lehrerzimmer. Man muss Pausen schaffen und Ruheräume für Lehrer. Aber das bedarf auch einer Haltung der Schulleitung und der Kollegen. Wenn derjenige im Ruheraum belächelt oder als nicht belastbar angesehen wird, dann hat das alles keinen Sinn.

Ich höre schon die Schüler aufjaulen: Die armen Lehrer. Wir haben doch den viel größeren Stress. Um uns muss man sich kümmern. Was sagen sie denen?

Schumacher: Sie haben Recht. Ich habe mal Zehnern gesagt: Eigentlich hätten Sie einen Orden verdient dafür, dass Sie so viel Lebenszeit hier verbracht haben. Und was bleibt an Wissen hängen? Ganz wenig.

Do., 23.03.2017

Fortsetzung der Reihe „Steinfurt gesund“„Keine Sorge – Selbstfürsorge“

Steinfurt - 

Martina Schumacher setzt am 5. April die Vortragsreihe „Steinfurt gesund“ fort. Schumacher spricht darüber, wie Menschen es schaffen können, äußere Ansprüche mit inneren Bedürfnissen in Einklang zu bringen.

 

Es ist ein Balanceakt, die äußeren Ansprüche mit inneren Bedürfnissen in Einklang zu bringen. Das Zauberwort heißt: Selbstfürsorge. „Keine Sorge – Selbstfürsorge“ ist der Titel des nächsten Vortrags in der Reihe „ Steinfurt gesund“, die von der AOK, derApotheke am Bauhaus, dem Kulturforum und dem Marienhospital Steinfurt getragen wird. Martina Schumacher wird zu diesem Thema am 5. April (Mittwoch) in der allesgut- Apotheke im Burgforum, Tecklenburger Straße 30, referieren.

In einer Zeit, in der die Herausforderungen im Berufs- und Privatleben immer größer werden, in der die Menschen immer mehr in immer weniger Zeit erledigen müssen und durch Handys ständig erreichbar sind, ist es umso wichtiger, auf eine gesunde Selbstfürsorge zu achten, heißt es in der Ankündigung. Es geht darum, körperlich, aber vor allem auch psychisch gesund zu bleiben. Jeder hat es selbst in der Hand, an seinem Leben etwas zu verändern – falls er will.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragt Martina Schumacher und weist die entsprechenden Wege auf. Oft ist es so, dass keine Mühen gescheut werden, um für andere da zu sein. Sich selbst stellen die Menschen aber hinten an. Aufopferung gilt noch immer als ehrenwerte und selbstlose Tat. Doch es ist kein Egoismus, sich selbst auch mal an die erste Stelle zu setzen. Ganz im Gegenteil: Wenn wir uns selbst zu wenig schätzen, werden wir uns früher oder später richtig schlecht fühlen. Das Zauberwort heißt: Selbstfürsorge.

Martina Schumacher ist gelernte Lehrerin und hat sich zur Gesundheitspräventologin und Trainerin für Psychosoziale Gesundheit qualifiziert. Der Vortrag am 5. April beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 19.15 Uhr. Der Eintritt ist frei, es wird allerdings um kurze Anmeldung im Kulturforum unter 0 25 51/1 48 20 oder per E-Mail an info@kulturforum steinfurt.de gebeten.

 

 

Di., 06.09.2016

Lebensfreude ist machbar

 

Bewegung, gesunde Ernährung, Entspannung, Achtsamkeit – beherzigt man einige Ratschläge, kann jeder mehr Lebensfreude erlangen und den Alltagsstress besser an sich abperlen lassen, davon ist Martina Schumacher überzeugt. Foto: oh

Greven - 

Martina Schumacher ist Präventologin und kümmert sich als solche besonders um die Gesundheit von Lehrern. Denn die sind steigenden Belastungen ausgesetzt. Wer wüsste es besser? Martina Schumacher hat bis vor Kurzem selbst unterrichtet.

Von Oliver Hengst

„Ich wollte immer Lehrerin werden.“ Dieses Ziel hat Martina Schumacher auch erreicht – allerdings waren ihre Fächer Englisch und Sport nicht gerade gefragt, als sie damals ihr Studium abschloss. Es gab sogar einen Einstellungsstopp. Also schob sie etliche Jahre später ein weiters Studium (Englisch) nach und wurde mit 16 Jahren Verspätung doch noch Lehrerin.

Ein ganz schön fordernder Job, das weiß die Grevenerin inzwischen aus eigener Erfahrung und von vielen Kollegen, die mit einem immer stressigeren Umfeld zurecht kommen müssen. „Die Belastungen werden immer größer durch die Anforderungen, die an uns herangetragen werden“, sagt die Pädagogin. Das liege an immer steigenden Anforderungen, die an Schulen und das dortige Fachpersonal gestellt würden. Beispiel: Inklusion. „Gut gedacht, schlecht gemacht“, sagt Martina Schumacher, die darauf verweist, dass es einfach nicht genug Fachpersonal gebe. Zudem habe man es im Schulalltag mit immer mehr emotional auffälligen Schülern zu tun, die Aufmerksamkeit einfordern. Das gehe oft auf Kosten der anderen Schüler in – ganz nebenbei bemerkt – viel zu großen Klassen. Auch die Integration von Flüchtlingskindern erfordere mehr Ressourcen, als sie zur Verfügung gestellt werden. Und der zunehmende Trend zur Dokumentationspflicht lenke immer mehr vom Kerngeschäft der Lehrer ab: dem Unterrichten.

Nicht zuletzt: „Auch die Eltern werden immer schwieriger.“ Sie darf das inzwischen sagen, denn auf Eltern muss sie (fast) keine Rücksichten mehr nehmen. Ihre halbe Stelle als Lehrerin an der Anne-Frank-Realschule hat sie wieder aufgegeben.

Um sich ganz der Förderung der (psychischen) Gesundheit von Lehrern zu widmen. Sie ist seit Jahren als ausgebildete Präventologin an anderen Schulen in ganz NRW unterwegs. Der Bedarf nimmt nach ihrer Wahrnehmung deutlich zu. Lange Ferien, mittags Feierabend, Beamtenstatus – das Bild von Lehrern in der Öffentlichkeit stimme immer weniger mit der Realität überein. Immer mehr Arbeit in immer weniger Zeit, ständige Erreichbarkeit – die Stressfaktoren dieser Tage treffen nicht nur die Lehrerschaft, aber eben auch sie. Und auf sie kann Martina Schumacher eben ganz besonders eingehen. Was sie empfiehlt: Bewegung, gesunde Ernährung, Entspannung und somit insgesamt mehr Lebensfreude.

Was sich so leicht anhört, ist tatsächlich ein Prozess, der einiges an Zeit und Aufmerksamkeit erfordert. „Das ist Arbeit“, sagt die Präventologin. „Ich verstehe mich als Impulsgeberin. Ich gebe den Kunden einen Werkzeugkasten an die Hand.“ Was diese daraus machen, liege in ihrer eigenen Verantwortung. Sich Entspannungspausen gönnen (auch während der Arbeit), aktiv sein, Achtsamkeit sich selbst gegenüber walten lassen: diese Ratschläge versucht sie stets mit ganz konkreten Beispielen anzureichern. „Alles was wir erleben, geht durch unseren Vorhang der Erfahrungen.“ Mitunter helfe es daher sehr, bei der Beurteilung bestimmter Begebenheiten einfach mal eine andere Perspektive einzunehmen. Bewegung und gesunde Ernährung unterstützen den Effekt einer positiven Lebenshaltung. Der Lohn: mehr Lebensfreude. Das kann selbst bei Zeitgenossen helfen, die von Natur aus eher dazu neigen, alles sehr schwer zu nehmen.

Weil ihre Tipps im Grunde sehr universeller Natur sind, will sich Martina Schumacher im Übrigen künftig nicht allein auf Lehrer als Zielgruppe beschränken.

Martina Schumacher lässt sich zur zertifizierten Schulpräventologin ausbilden. Ihr Ziel: gesunde, entspannte und respektvolle Lehrer und Schüler. Foto: bam

Do., 18.10.2012

Martina Schumacher wird Schulpräventologin

Greven - 

„Ich bin immer gern zur Schule gegangen“, sagt Martina Schumacher und lacht. Früher als Schülerin, heute als Lehrerin für Französisch, Englisch und Sport an der Anne-Frank-Realschule. Doch die 55-Jährige weiß, dass es nicht allen so geht. „Wenn Lehrer nah am Burnout stehen, kann kein ausgeglichenes Lernklima entstehen“, sagt sie. Konflikte mit Schülern, Eltern und Kollegen, Bürokratie, Lärm – das alles kann schnell zu viel werden. „Gestresste Lehrer sind für Schüler eine Strapaze.“

Von Barbara Maas

Martina Schumacher lässt sich zur Schulpräventologin ausbilden, und zwar im Fernstudium vom Berufsverband Deutscher Präventologen in Hannover. Die Ausbildung dauert ein Jahr. Deutschlandweit gibt es erst zwei zertifizierte Schulpräventologen, 15 befinden sich in der Ausbildung. Martina Schumacher wird ihre Prüfung Mitte des kommenden Jahres ablegen. „Die Leute achten nicht genug auf sich“, findet Martina Schumacher. Wie bleiben Lehrer und Schüler aber gesund, was tut gut? Eine mediterrane Ernährung, moderate Bewegung, Entspannung, aber auch Psychosoziales wie Wertschätzung, Achtung und Konfliktbewältigung, lernt Martina Schumacher – immer auf den Schulalltag bezogen. „Es ist ein Riesenfeld.“ Deshalb konzentriert sie sich besonders auf die Lehrergesundheit. „Das steht an der Spitze.“ Und nach der Ausbildung? „Wir haben schon gute Ansätze an der Anne-Frank-Realschule – zum Beispiel die AG zur Ernährung. Ich würde daraus gerne ein Konzept für eine gesunde Schule machen“, sagt Martina Schumacher. Die Reaktionen der Kollegen seien noch „gemischt“ – eben weil sich kaum jemand vorstellen könne, was sich wirklich hinter dem Wortungetüm „Schulpräventologin“ versteckt. Bei der nächsten Schulkonferenz stellt sie ihre Ausbildung, die Ziele und die Möglichkeiten vor. Sie kann sich auch vorstellen, an andere Schulen zu gehen und dort die Lehrer zu stärken. Mehrere Projekte gleichzeitig zu haben, passt zu Martina Schumachers Leben: Neben der halben Stelle an der Realschule bietet sie auch noch selbstständig die japanische Entspannungstechnik Reiki und Massagen an. „Alles macht mir Spaß“, sagt Martina Schumacher. Und sie findet, dass ihre verschiedenen Tätigkeiten gut zusammen passen. „Das ist ja alles eins“, sagt sie. Sie selbst lernt für ihre Ausbildung zwei Mal die Woche im Fitnessstudio. „Mir werden 100 Seiten zum Durcharbeiten zugeschickt, die lese ich auf dem Crosstrainer. 

Und später in der Sauna lerne ich die Prüfungsfragen. Das ist nur eine Frage des Zeitmanagements.“ Außerdem habe sie so den richtigen Lernpuls – also die Frequenz, bei der das Gehirn am besten arbeitet. „Wenn ich mich bewege, kann ich mich besser konzentrieren.“ Dass neben bewegten Pausen auch bewegtes Lernen wichtig sei, sei viel zu wenig bekannt. Schule ohne Stress – das gebe es eigentlich nicht. „Aber es gibt ja auch positiven Stress. Was für den einen Herausforderung und Ansporn ist, kann für den anderen schon zu viel sein.“

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